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Wilfried Odenthal
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Pressespiegel


Unsere neuesten Zeitungspaten

Wilfried Odenthal, Bestattermeister, Neuss:

"Gerne übernehme ich eine Patenschaft für die NGZ-Zustellung in einer Neusser Schule. Marienberg ist seit eh her eine bekannte erfolgreiche Schule. Hier dürfen die aktuellen Informationen aus der Region und darüber hinaus nicht fehlen. Weiterhin soll frühzeitig der Kontakt zu Printmedien vertieft werden. Information und Wissen kann nicht früh genug gefördert werden."

Quelle: RP-Online


Ich bin 18 und werde Bestatterin

IN BILD ERZÄHLT VERENA, WARUM DER TOD JETZT IHR LEBEN IST

Verena Hülsmann (18) zwischen verschiedenen Sargmodellen. Hier lernt sie das Verkaufsgespräch mit Hinterbliebenen

Blauer Kittel, Handschuhe: Verena lernt, Leichen zu waschen, Wunden zu versorgen


Neuss –Sie hat das ganze Leben noch vor sich.
Und viele Tote.

Verena Hülsmann ist 18 Jahre alt. Eine hübsche junge Frau mit großen blauen Augen und einer zierlichen Modelfigur. Ihr Berufsziel: „Ich werde Bestatterin!“
Erstaunlich: Immer mehr Frauen wollen diesen außergewöhnlichen Job ergreifen, weiß Verenas Ausbilder und Landesinnungsmeister Wilfried Odenthal (45). Der Bestatter aus Neuss: „Von den bundesweit insgesamt 500 Auszubildenden sind 70 Prozent weiblich.“
Särge, Urnen, Trauer - Verena Hülsmann ist mit dem Tod aufgewachsen. Ihre Eltern führen selbst ein Bestattungshaus in Willich.
„Das möchte ich später einmal übernehmen“, sagt sie.
Doch davor muss die Fachabiturientin drei Ausbildungsjahre zur Bestattungsfachkraft durchlaufen. Sie lernt dabei auch, Trauernde professionell und doch einfühlsam zu beraten.
Ebenfalls auf dem Unterrichtsplan: das Waschen, Anziehen und Aufbaren des Verstorbenen. Als Verena ihren Freundinnen von ihren Berufsplänen erzählte, waren die überrascht: „Ob ich das nicht unheimlich fände mit den Toten, den Särgen und so“, sagt sie.
Doch davor fürchtet sich die selbstbewusste junge Frau nicht: „Vor allem die Beratung der trauernden Angehörigen ist eine große Herausforderung“, meint sie „Wir Frauen sind da vielleicht doch gefühlvoller und sensibler als Männer.“

Quelle: Bildzeitung vom 17. Februar 2011; von K. Derstroff

Link:
http://www.bild.de/BILD/regional/duesseldorf/aktuell/2011/02/17/der-tod-ist-ihr-leben/ich-bin-18-und-werde-bestatterin.html

 


 


Korschenbroich

Diskussion: Mehr über den Tod sprechen

VON STEPHEN PIERES - zuletzt aktualisiert: 15.03.2010
Korschenbroich (RPO). Kommen Menschen in Kontakt mit dem Tod, verstummen viele und sind sprachlos. Dabei sind gerade dann Gespräche wichtig. "Wir müssen mehr über den Tod sprechen", sagt Pfarrer Frank Josef van de Rieth.

In der St. Andreas-Kirche wurde jetzt zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, in der es um genau diese Sprachlosigkeit ging. Schweigend verharrten die Zuhörer, als ihnen die Diskussionsteilnehmer von ihren Erfahrungen berichteten.
"Wir können viel von Kindern lernen", sagt Melanie van Dijk, pädagogische Leiterin eines Kinderhospizes in Düsseldorf. "Kinder haben einen positiveren Umgang mit dem Tod. Sie sind unbeschwerter." Dies bestätigt auch Wilfried Odenthal, Landesinnungsmeister der Bestattungsinnungen. Er erzählt von einem Jungen, der den Sarg seines Bruders umarmte. "Auch wenn die Erwachsenen zunächst erschrocken waren, konnten sie hinterher doch sehen, wie gut diese Geste dem Jungen getan hatte." Solch ein individueller Umgang mit der Trauer müsse akzeptiert und zugelassen werden.
Ebenso plädieren die Diskussionsteilnehmer für eine Änderung der Bestattungskultur. "Früher wurde man von der Nachbarschaft unterstützt. Heutzutage ist das anders. Teils kennen die Leute ihre Nachbarn nicht einmal", sagt van de Rieth. Das führe zu einer Professionalisierung der Trauerbewältigung. Anstatt sich über das Ereignis mit Bekannten zu unterhalten, würden die Leute Seelsorger oder Psychologen aufsuchen.
"Wir müssen aber auch aufpassen, wie wir mit Verstorbenen umgehen. Für mich ist es ein Unding, wenn Menschen anonym begraben werden. Das ist fast so, als würden wir sie entsorgen. Anonyme Gräber sind meist nur Rasenflächen, bei denen nicht zu erkennen ist, dass hier jemand beerdigt wurde. Zumal ein Ort, an dem man trauern kann, wichtig ist."
Ferner solle man von dem Angebot Gebrauch machen, sich zu informieren. "Dadurch können wir Ängste abbauen. Man kann etwa einen Besuch beim Bestatter machen und sich Särge anschauen." Van de Rieths Erfahrungen nach kann eine Auseinandersetzung mit dem Thema zu einem gelasseneren Umgang mit dem Tod führen.

Quelle: RP-Online
 


Vom Sargverkäufer zum Dienstleister

Rhein Kreis Neuss

Erster Obermeister der neuen Landesinnung der nordrhein-westfälischen Bestatter mit Sitz in Neuss: Wilfried Odenthal aus Reuschenberg. NGZ-Fotos (2): A. Woitschützke


NGZ 10.07.2008
VON THILO ZIMMERMANN

Wilfried Odenthal nennt’s beim Namen: „Wir brauchen keine neue Beerdigungskultur zu erfinden, wir müssen die vorhandene nur entstauben.“ Der 42-jährige Bestattermeister aus Reuschenberg muss es wissen.

Er ist der erste Vorsitzende der neuen Landesinnung der Bestatter in NRW mit Sitz in Neuss. Genauer: mit Sitz bei der Kreishandwerkerschaft. „Geschäftsführer Paul Neukirchen hat uns gut beraten, die Chemie stimmte gleich“, erklärt Odenthal die Ortswahl der in Düsseldorf gegründeten Innung. Ihr gehören zu Beginn 295 Mitgliedsunternehmen an. Das erklärte Ziel ist es, deren Zahl auf rund 1000 zu steigern.

„Wir wollen und müssen unsere Belange gegenüber Parlament und Regierung mit einheitlicher Stimme zur Geltung bringen“, begründet Odenthal den Zusammenschluss der Regional-Innungen Düsseldorf (mit Rhein-Kreis Neuss), Aachen, Bielefeld, Köln und Münster.

Möglich machte es die Novelle der Handwerksordnung, die auch den so genannten handwerksähnlichen Gewerben die Möglichkeit zur Gründung einer eigenen Innung eröffnete - wenn sie denn einen geregelten Ausbildungsberuf verankert haben. Und das ist bei den Bestattern seit dem Jahr 2005 der Fall. Odenthals erste Auszubildende als Bestattungsfachkraft, Jessica Kreuels, hat die Lehre soeben als Jahrgangsbeste in NRW beendet.

Der Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Bestatter, Dr. Rolf Lichtner, dankte den Teilnehmern der ersten Innungsversammlung für ihren Einsatz. „Es ging alles überraschend schnell. Die Gründung war eigentlich erst Ende 2009 geplant“, staunt Odenthal, der seit 19 Jahren ein Bestattungshaus mit einem inzwischen achtköpfigen Mitarbeiter-Team leitet.

Nordrhein-Westfalens erster Landesinnungsobermeister will seine Branche neu aufstellen helfen - „vom Sargverkäufer zum Dienstleister“, wie er sagt. Es werde schließlich immer mehr nach Qualität und Ausbildung gefragt. „Nicht umsonst gibt es in Münnerstadt in Unterfranken ein eigenes Ausbildungszentrum der Bestatter“, berichtet Odenthal - den einzigen „Trainingsfriedhof“ der Welt inklusive. Darüber hinaus verfüge das Gewerbe über die europaweit einzige DIN-Norm für Verhaltens- und Verfahrensweisen im Trauerfall.

Die Landesinnung verzeichnet einen großen Ansturm auf die Ausbildungsplätze für Bestattungsfachkräfte. „Allein ich habe fast jede Woche Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet und wünsche mir mehr Betriebe mit dem Mut zur Lehre“, erzählt Wilfried Odenthal. Sein Credo ist klar und deutlich: „Qualifikation ist ein Wettbewerbsvorteil. Eine gute Beratung und eine gute Begleitung tun unserem Berufsstand gut.“ Vor diesem Hintergrund sei es die Aufgabe der neuen Innung, „die Kollegen aufzuklären und einzuladen, sich neuen Zeiten zu öffnen“.

Wie diese neuen Zeiten aussehen, zeigt die Bandbreite der Lehre, die angehende Fachkräfte absolvieren. Die Beratung über Bestattungsformen und rituelle Abläufe gehört ebenso dazu wie die Wissensvermittlung in Sachen Friedhofswesen, Floristik, Grabgestaltung und die hygienische Versorgung von Verstorbenen. Die Korrespondenz mit Kunden und Zulieferern bekommen Azubis ebenso erläutert wie das Layout für Beerdigungskarten oder den Text für Todesanzeigen in der Zeitung.

Ebenso kritisch wie gelassen betrachtet Odenthal das Aufkommen von Billig-Bestattungen: „Die trauernden Familien erkennen meist sehr schnell, dass sie bei einem Discounter keine optimale Betreuung erhalten und sich bei ihm nicht aufgehoben fühlen können“, sagt der Fachmann. In seinem Unternehmen häuften sich Beispiele von Hinterbliebenen, „die mit dem Grundpaket zum kleinen Preis nicht in die Öffentlichkeit treten wollen und wieder zu uns kommen“.

Quelle: NGZ (Rhein-Kreis-Neuss)


In der Freizeit geht sie gerne "unter Wasser"

Viel mehr als nur ein „Sargverkäufer“

Foto: NGZ
Jessica ist damit die erste Auszubildende in diesem Métier in Neuss. Erst seit zwei Jahren ist es überhaupt möglich, sich zum Bestatter ausbilden zu lassen. Jessica wird beim Bestattungsunternehmen Odenthal „in die Lehre gehen“. Sie wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft,. „Irgendwann habe ich gedacht, dass es sicherlich interessant wäre, dort einmal ein Praktikum zu machen“, erzählt die junge Frau.

28.02.2005
(NGZ) Von Anneli Goebels Von „Hut ab“ oder „Das könnte ich nicht“ bis hin zu recht negativen Äußerungen hat Jessica Kreuels sich alles angehört, was ihre Bekannten und Freunde zu sagen hatten, als sie hörten, was die 16-Jährige vor hat. Noch besucht die Reuschenbergerin das Marienberg-Gymnasium. Doch wenn sie im Sommer diesen Jahres die Mittlere Reife hat, wird sie die Schule verlassen und eine Ausbildung beginnen - eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Zu den Aufgaben, die Jessica Kreuels als zukünftige Bestattungsfachkraft zu erfüllen hat, gehört auch das Beratungsgespräch mit den Angehörigen des Verstorbenen. NGZ-FOTO: H. JAZYK

Und nach dem Motto „fragen kostet nichts“ erkundigte sie sich und konnte so schnell und unkompliziert zwei Wochen die Aufgaben eines Bestatters kennen lernen. „Danach war mir klar, dass ich das auch beruflich machen wollte“, so Jessica. Während ihrer dreijährigen Ausbildung wird Jessica zwei Mal pro Jahr für jeweils sechs Wochen die Berufsschule in Wermelskirchen besuchen. Im dritten Jahr wird sie 14 Tage in Bad Kissingen verbringen.

Dort ist der einzige Lehr-Friedhof Deutschlands. Rechtslehre, Hygiene, Betriebswirtschaftslehre und auch Psychologie sind nur einige der Fächer, mit denen Jessica sich in der Schule ab September beschäftigen wird. „Früher waren Bestatter einfach Sargverkäufer“, sagt Wilfried Odenthal ohne Umschweife. Heute sei das eine Nebensache.

Wichtig sei es nicht nur, den Toten würdevoll zu bestatten, und dabei den Angehörigen alle Formalitäten abzunehmen,sondern auch, die Angehörigen zu begleiten. Das ist keineswegs einfach, denn jeder lebt seine Trauer anders aus, auf jeden muss man sich individuell einstellen. Angst, das Leid der Trauernden nicht verarbeiten zu können, hat Jessica nicht. „Ich habe ja keine emotionale Bindung zu den Toten oder den Verwandten“, meint sie. Frauen im Bestattungs-Gewerbe sind bis jetzt eher selten.

Doch Wilfried Odenthal wollte unbedingt eine weibliche Auszubildende. „Frauen sind für bestimmte Aufgaben einfach besser geeignet“, weiß er aus Erfahrung. Wenn es um Dekorationen geht oder darum, was der Verstorbene anziehen soll, hätten sie meist eine geschicktere Hand. 320 Euro im ersten, 360 im zweiten und 420 im dritten Jahr verdienen die zukünftigen Bestattungsfachkräfte.

Jessica, die zurzeit noch eine Ausbildung bei der Hospizbewegung „Schmetterling“ macht, geht in ihrer Freizeit gerne „unter“ Wasser. Sie ist eine leidenschaftliche Taucherin. Außerdem tanz sie gern und surft sich durchs Internet. Was denn ihr zukünftiger Chef durchaus begrüßt, kann sie sich bald auch um die Gestaltung der Homepage des Unternehmens kümmern.

Quelle: NGZ
 


Erste Bestatter der "Marke Meister"

Einer der ersten Absolventen kommt aus Neuss

Wilfried Odenthal (Mitte) aus Neuss bekam die Meister-Urkunde von Handwerkspräsident Professor Wolfgang Schulhoff (r.) und Wolfgang Zocher, Präsident des Bundesverbandes der Bestatter.
Foto: W. Meyer

30.01.2004
(NGZ) Dieser Aspekt der zum 1. Januar 2004 novellierten Handwerksordnung ist bisher kaum bekannt geworden: Das überarbeitete Gesetz lässt die Aufstiegsfortbildung zum Meister und damit Meisterprüfungen und Meistertitel jetzt auch in den so genannten handwerksähnlichen Gewerben zu.
Die Handwerkskammer Düsseldorf reagierte schnell und führte für ihr Zuständigkeitsgebiet zunächst im Bestattungsgewerbe einen Meisterabschluss ein. Die Bezeichnung "Funeral Master" für den wichtigsten Aufstiegsfortbildungsgang dieser Branche wurde in "Bestattermeister" verändert. Die Fortbildungsinhalte beim "Funeral Master" genügten bereits bisher den strukturellen Anforderungen an eine Meisterfortbildung.

Die aktuelle Prüfungsgeneration bei den Bestattern profitiert von der Neuregelung: Insgesamt zehn Fortbildungsteilnehmer konnten gestern in der Handwerkskammer aus den Händen von Kammerpräsident Professor Wolfgang Schulhoff und Wolfgang Zocher, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Bestatter, erstmals eine Meisterurkunde entgegennehmen. "Sie haben nicht nur fachlich das höchste Qualitätszeugnis der Aus- und Weiterbildung im Bestattergewerbe erreicht, sonderh können in ihrer Außendarstellung künftig außerdem den Rückenwind der bestens eingeführten ,Marke Meister' nutzen", gab Schulhoff den Absolventen mit auf den Weg.

Zwei von ihnen stammen aus dem Düsseldorfer Kammerbezirk, Axel Weber aus Mönchengladbach und Wilfried Odenthal aus Neuss. Acht weitere erfolgreiche Prüflinge kommen aus anderen Bundesländern; die Düsseldorfer Kammer ist zentrale Prüfungestelle für Aufstiegsfortbildung im Bestattergewerbe.

Thanatopraktiker
Weitere 18 Urkunden gingen an Junghandwerker, die die Fortbildungsprüfung zum "Geprüften Bestatter" bestanden hatten, sowie an sieben Absolventen des neuen Qualifizierungsangebots zum "Geprüften Thanatopraktiker". Diese Zusatzausbildung vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten in der optisch-ästhetischen Behandlung Verstorbener.

Quelle: NGZ
 


"Initiative Schmetterling": Keine Gräber für Ungeborene

"Den Eltern einen Ort zum Trauern schaffen"

Foto: NGZ
Die Idee zur Gründung der Initiative entstand im Mai des vergangenen Jahres, seit Februar 2002 ist der gemeinnützige Verein beim zuständigen Amtsgericht eingetragen. Bei der täglichen Arbeit der sieben ehrenamtlichen Mitarbeiter kristallisierte sich immer mehr ein sehr trauriges und sensibles Thema heraus, dem die Initiative augenblicklich besondere Aufmerksamkeit schenkt: Es geht dabei um so genannte Schmetterlingskinder, das sind Ungeborene, die in der Frühphase der Schwangerschaft versterben.

NGZ 26.08.2002
"Initiative Schmetterling": Keine Gräber für Ungeborene (NGZ) "Wir möchten den Eltern einen Ort zum Trauern schaffen", sagt Heike Brug. Sie ist die erste Vorsitzende der "Initiative Schmetterling", der ersten rein ambulanten Kinderhospiz-Gruppe in Neuss. Die Organisation betreut Eltern von schwer erkrankten Kindern bis über deren Tod hinaus, veranstaltet Trauer-Seminare für die Betroffenen, berät Väter und Mütter darüber, wie sie ihr Kind mit dem Thema "Tod" konfrontieren können, und hilft Familien mit schwer kranken Jungen und Mädchen, den oftmals beschwerlichen Alltag und das Leid, das ihn ständig umgibt, zu bewältigen. Für verstorbene Jungen und Mädchen gibt es Gräber, für so genannte Schmetterlingskinder nicht. Eine Initiative fordert, dies zu ändern.

"Viele Mütter wissen nicht um ihre Rechte und Möglichkeiten", berichtet Heike Brug. Seit 1994 gibt es eine Verordnung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, die den Eltern solcher Schmetterlingskinder das Recht zusagt, ihren Säugling bestatten zu lassen. Bei Totgeburten mit einem Gewicht über tausend Gramm sind die Eltern verpflichtet, das Kind zu bestatten, aber auch bei einem Gewicht darunter dürfen sie den Leichnam beerdigen lassen.

"Viele Eltern würden dieses Recht gern in Anspruch nehmen, können sich aber eine Beerdigung aus finanziellen Gründen nicht leisten", erklärt die Vorsitzende der Initiative. Eine Bestattung koste um die 900 Euro, und dieses Geld könnten manche Familien einfach nicht aufbringen. "Dabei ist es so wichtig, richtig trauern zu können", weiß Heike Brug. Oft trete bei Müttern, die ihr Kind nicht haben bestatten lassen können, sondern es vom Krankenhaus haben "entsorgen" lassen müssen, Spätschäden auf.

Um auch Familien mit wenig finanziellen Mitteln die Möglichkeit der aktiven Trauer zu eröffnen, ist die "Initiative Schmetterling" jetzt an alle Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Kreis Neuss herangetreten. In einem Brief wird darum gebeten, so kostengünstig wie möglich Gräber zur Verfügung zu stellen. Die Briefe hat Heike Brug am vergangenen Mittwoch persönlich bei den Bürgermeisterbüros abgegeben. "Bisher habe ich vom Neusser Beigeordneten Ernst-Horst Goldammer eine Antwort erhalten", berichtet sie.

Er habe den Brief an das Dezernat für Friedhofswesen weitergeleitet. Die anderen Bürgermeister jedoch hätten bisher noch nicht reagiert. Auch an die Krankenhäuser an Rhein und Erft sei die Initiative herangetreten. "Vom Lukaskrankenhaus in Neuss haben wir einen unterstützenden Brief erhalten", sagt die Vorsitzende der Initiative. Erfreulich ist, dass sich bereits ein Bestatter, Wilfried Odenthal aus Reuschenberg, schriftlich dazu bereit erklärt hat, sowohl die Überführung zum Friedhof als auch den Sarg für die Eltern kostenlos zur Verfügung zu stellen.

"Auch ein Mensch unter tausend Gramm bleibt schließlich ein Mensch und verdient es, ehrenvoll bestattet zu werden", begründet Odenthal sein Entgegenkommen. Er bemüht sich stets, die Beerdigung so auszurichten, dass die Hinterbliebenen angemessen trauern können. So wird die Hauskapelle des Bestattungsunternehmens manchmal in einen Kinderspielraum umgewandelt, damit auch kleine Jungen und Mädchen von ihren Geschwistern kindgerecht Abschied nehmen können.

"Alles zu verdrängen", so Odenthal, "macht meistens nur krank." Deshalb unterstützt er die "Initiative Schmetterling" bei ihrem Vorhaben und ist durchweg angetan von der Idee, ein Grabfeld für Schmetterlingskinder zu schaffen. "Unser Wunsch ist es, möglichst viele Städte und Bestatter für unsere Aktion zu gewinnen, damit die Eltern sich einen Ort schaffen können, an dem sie um ihr verstorbenes Kind trauern dürfen", steckt Heike Brug den Rahmen ab.

Heimische Bestatter, die diese Aktion unterstützen möchten, oder Eltern, die sich über die Neusser Initiative informieren wollen, können dies unter der Telefonnummer 02131/ 33936 machen. Melanie Strehle

Quelle: NGZ


Informationstag für Schüler

Beruf-Bestattungsfachkraft

Termin:
Samstag, 10. März 2012
von 10.00 – 14.00 Uhr
Anschrift:
Rosmarinstraße 25, 41466 Neuss


Wir sind für Sie da!
Telefon Neuss:
02131 - 46 00 66
Telefon Meerbusch:
02132 - 93 70 90

Tag und Nacht hilfsbereit.